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Women Empowerment im Kashmir – langfristige Aussichten

Im Oktober 2010 hat unser Women Skills Training Centre offiziell seine Arbeit beendet (darüber haben wir zuletzt hier berichtet). Dabei wurde die gesamte Ausstattung an 3 Frauen übergeben, die diese Kurse nun als selbstständige Trainerinnen weiterführen sollten. Nach einem Unterrichtsjahr haben wir nun diese Village Training Centers (VC) besucht um herauszufinden wie sie diesen Sprung in die Selbstständigkeit geschafft haben und ob es noch Aspekte gibt wo Unterstützung notwendig ist.

Alle drei Frauen haben insgesamt 26 Frauen in 6 monatigen Kursen unterrichtet. Dafür haben sie 200 PKR/Monat verlangt und damit ein Monatseinkommen zwischen 1400 und 2000 PKR erzielt (was das für Pakistan bedeutet habe ich in unserem Evaluationspapier dargestellt). Die Kurse finden täglich zwischen 9 und 13 Uhr statt.

1 Lehrerin musste den Kurs krankheitsbedingt unterbrechen, hat den Unterricht mit 1. Juli aber wieder begonnen. Ein allgemeines Problem, hat eine zweite Lehrerin gezwungen, ihr Center vorübergehend zu schließen – nachdem Abgängerinnen des WSTC von proLoka am Ende des Kurses eine Nähmaschine bekamen, verlangten dies Frauen, die den Kurs in einem VC abgeschlossen haben ebenfalls. Sie und die Dorfgemeinschaft wandte sich daraufhin an eine andere NGO, die versprochen hat ihr, nach einem 3 monatigen Kurs, den die Lehrerin nun antritt, Geld und Nähmaschinen zur Verfügung zu stellen.

Einerseits sehen wir es als Erfolg, dass alle 3 Training Centres selbständig und mit Unterstützung der Gemeinde ihre Arbeit aufgenommen und aufrechterhalten haben. Der Wunsch nach Unterstützung durch Nähmaschinen wird von uns derzeit überlegt. Einfach Nähmaschinen auszugeben ohne weitere Kontrolle ist eine heikle Angelegenheit – deren rechtmäßige Verwendung zu prüfen würde wieder viel Arbeit bedeuten, und da wir kein Büro mehr vor Ort haben ist dies umso schwieriger. Auch haben wir derzeit nur die Finanzen um 44 weitere Nähmaschinen zur Verfügung zu stellen - sind diese verteilt, werden sich Schüler die nachher kommen beschweren. Die Probleme die aufgetreten sind, können als alltägliche Probleme der freien Marktwirtschaft angesehen werden – derzeit haben sie noch nicht dazu geführt, dass die Centers ihre Arbeit ganz aufgegeben haben. Auch haben sie gezeigt, dass sie selbst Lösungen finden können und dafür arbeiten ihre Arbeit aufrechterhalten zu können. Ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sie allein materiell zu unterstützen oder ob wir die noch freien Finanzen später in weiteres Capacity-Building stecken sollten, ist mir selbst noch nicht ganz klar. Die letzte Entscheidung werde ich hier im Herbst treffen.

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