Liebe Freunde und Unterstützer!
Wieder ist fast 1 Jahr um, seitdem wir das letzte mal von unserer Arbeit im Kashmir berichteten. Es hat sich seither wieder einiges getan, sowohl in den Gemeinden wo Direkthilfe gleich nach dem Erdbeben Shelter gebaut hat, als auch in den Gemeinden wo Direkthilfe Schulen stehen und zu guter Letzt in unserem Women Skills Training Centre, das zu einem guten Teil auch von Direkthilfe Spenden finanziert wird. Bis zuletzt sind Spenden übrig geblieben und wir haben uns immer bemüht sie weiterhin sinnvoll im vom Erdbeben heimgesuchten Gebiet einzusetzen und darauf zu achten, dass auch ein langfristiger Nutzen sichergestellt ist – Anfang November haben wir jetzt aber auch den letzten Cent auf unser lokales Konto und ans Women Skills Training Centre überwiesen. Unser Einsatz vor Ort endet damit noch nicht ganz – das auf Spenden basierte Projekt Direkthilfe hat aber damit endgültig den Übergang zur Selbsthilfe geschafft und kann damit erfolgreich beendet werden.
Ich war heuer für eine Woche in Bagh und habe dabei bis auf zwei entlegene Orte alle Schulen und viele der Orte, in denen die Bewohner das Projekt noch aus den Monaten unmittelbar nach dem Erdbeben in Erinnerung haben, besucht. Die Shelter sind natürlich (bis auf einige wenige) alle abgebaut und es haben eigentlich alle Bewohner, deren Land noch bebaubar ist, ihre Häuser wieder aufgestellt. Es leben noch immer hunderte in Flüchtlingscamps, ihre Lage ist vor allem durch den langsamen bis nicht existenten bürokratischen Aparat kompliziert und trist.
Allein unser Freund Zahid ist übers Fundament bis jetzt nicht fortgeschritten. Zu sehr bemüht er sich, dass zuerst alle anderen ein dichtes Dach über dem Kopf haben, als dass er Zeit für sein eigenes hätte. Auch hat er seine ganzen Ersparnisse für ein erdbebensicheres Fundament ausgegeben – Zement ist viel teurer geworden. Doch damit ist er einer der wenigen, der vorrauschauend baut. Die meisten haben ihre Häuser wieder so gebaut wie vor dem Erdbeben, ohne Fundament, befestigt mit ein paar schweren Steinen wie einen Heissluftballon der droht abzuheben. Meistens bleibt ihnen nichts anderes übrig, das Geld ist knapp, von den zugesagten Unterstützungen der Regierung haben sie oft nur die Hälfte bekommen, und das Bewusstsein für ein Erdbeben als tektonische Begebenheit ist noch nicht sehr weitverbreitet.
So habe ich auch heuer wieder gemeinsam mit Zahid und seinen Kindern im Shelter geschlafen und hatte Mühe Peer Topi nach einem Tag wieder zu verlassen als er mich einfach nicht gehen lassen wollte.
In anderen Dörfern ist die Einsatzbereitschaft weit weniger ausgprägt, bei manchen Schulen gibt es Probleme mit schlechtem Zement, in anderen gibt es noch immer zu wenige Möbel. Ich kann die Menschen nur dazu ermutigen selbst die Initiative zu ergreifen, so wie es bei Zahid und Irshad in Check Darra der Fall war. Aber es findet überall der Unterricht regelmässig statt und jede Klasse hat einen Lehrer. In einigen Orten hat die Regierung angekündigt schon nächstes Jahr mit dem Bau von richtigen Schulgebäuden zu beginnen, angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage Pakistans wird sich das aber noch weiter hinauszögern und es kann gut sein, das manche der semi-permanenten Schulen länger als die maximal eingeplanten 10 Jahre stehen werden.
Natürlich habe ich auch das Women Skills Training Centre besucht. Einige der Frauen die ihre Ausbildung schon abgeschlossen haben besuchen jetzt einen 2 Jahres Kurs in der Bezirkshauptstadt Bagh, andere verdienen bereits ganz gut mit ihren Fähigkeiten im Heimatdorf. Nach 2010 werden wir dieses Centre schliessen und darauf vertrauen, dass die Frauen ihre Fähigkeiten selbst weitergeben. Direkthilfe hat diese Projekt mit insgesamt 10 000 € unterstützt. Über laufende Neuigkeiten vom WSTC und anderen Aktivitäten des ehemaligen Direkthilfe Teams im Kashmir in Zukunft möchte ich aber hiermit auf proLoka verweisen wo wir in Zukunft über Neuigkeiten berichten werden.
Sollten Sie Fragen bezüglich der Spenden haben, bitte ich Sie sich an Jakob Steinkogler zu wenden: jakob@direkthilfe.at
Bei Interesse an Pakistan/Kashmir im Allgemeinen und einem Zugang zu diesem Land und seiner Kultur in Österreich (vor allem in Wien) wenden Sie sich bitte an Jakob oder Andreas (jakob@direkthilfe.at, andreas.matt@proloka.org)
Zu spezifischen Fragen bezüglich der noch laufenden Projekte von proLoka/Direkthilfe in Pakistan und der aktuellen Lage der Schulen/Familien wenden Sie sich bitte an Jakob Steiner (jakob.steiner@proLoka.org).
Wir möchten uns hiermit noch einmal herzlich bei allen Unterstützern der letzten 3 Jahre bedanken, die diese Vielzahl an Einsätzen erst möglich gemacht haben und damit auch einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in dieser Region geleistet haben.
Choda Hafeez - Allah apko khush rakhe!
Jakob, Andreas und Jakob
|