Während wir schon den nächsten Ausflug nach Bagh planen, um noch dort die letzten Arbeiten abzuschliessen bevor der Schnee alles bedeckt und manche Dörfer ganz abschneidet, möchte ich noch von unserem letzten Besuch im Kashmir berichten.
Jakob Steinkogler, Florian Stambula und ich sind 2 Tage vor Eid, dem traditionellen Fastenbrechen, nach Rawalakot und von dort nach Topi gefahren wo wir Zahid getroffen haben und länger blieben als wir eigentlich planten. Mehrmals redeten wir über unsere Abfahrt, Jakob und Florian wollten nach Islamabad um eine Freundin zu treffen, ich musste nach Muzaffarabd. Nein, Zahid lies suns nicht gehen. Am morgen nach dem Eid Tag sitze ich dann doch um 7 in der Früh in einem Auto, ein Mann nimmt mich mit nach Bagh.
Zu Eid sind wir zuerst in die Moschee gegangen, gemeinsam mit den Männern aus Topi haben wir gebetet und uns gefreut, dass die Fastenzeit jetzt vorbei ist. Da der Mond nicht aufgetaucht war, hat sich die Fastenzeit um einen Tag verlängert. Die Leute, besonders die Kinder konnten es nicht mehr erwarten. Ich verspürte so etwas wie Weihnachtsstimmung, mehr als ich sie hier zu Weihnachten in Lahore spüren werde.
Einen Tag danach bin ich dann nach Bagh gefahren. Bereits in Rawalakot war ich überwältigt von den herbstlichen Farben, die jetzt den Kashmir beherrschten. Es war sehr kalt am Abend, die Männer sind alle eingehüllt in Shaals. Von Bagh bin ich gleich weiter nach Check Darra wo ich bei Irshad gefrühstückt habe. Die Schule dort ist in sehr gutem Zustand, hier wurde alles fertig und auch die Möbel stehen schon seit längerem im Klassenzimmer. Es ist eng, hier war nie ausreichend Platz. Aber sie sind es gewohnt zu dritt auf einer Doppelbank zu sitzen. Mit Irshad spreche ich dann auch noch über die Möglichkeit, Grund zuzukaufen und ein drittes Gebäude hinzustellen. Aber das sind Ideen für den Frühling. Wichtiger sind jetzt die Schulen, die noch vor dem Winter verbessert werden müssen um dem angekündigten Schnee auch standzuhalten. Oft geht es einfach nur darum mit den Menschen noch einmal zu sprechen und ihre weiteren Ideen und Wünsche anzuhören.
Ich habe alle Schulen bis nach Sudhan Ghali besucht und am Abend bin ich dann wieder zu Irshad heimgekehrt wo ich ein grosses Abendessen aufgetischt bekam. Mit ihm, seiner Frau und auch anderen Lehrern in Topi und Chatter No.2 habe ich bereits über unser Austauschprojekt gesprochen und sie waren sehr begeistert davon. Briefe nach Österreich zu schreiben und selbst welche zu bekommen, können sie sich gut vorstellen. Ich arbeite dafür gerade an den Unterrichtsmaterialien und bin dabei Kontakt zu Schulen in Österreich herzustellen.
Am nächsten Tag machte ich mich wieder um 6 in der Früh auf um nach Muzaffarabad zu fahren und dort bei der UNICEF unser School Improvement Booklet Projekt (mehr Information unter www.proloka.org) zu finalisieren. Muzaffarabad ist noch immer eine sehr zerrüttete Stadt, es herrscht Chaos und am Weg in die Hauptstadt des Kashmir sehe ich noch viele Zelt-Camps wo Hunderte Kashmiris leben. Sie werden wahrscheinlich auch diesen Winter in Zelten leben.
Alle Menschen sagen mir, dass heuer viel Schnee fallen wird. Es ist früh kalt geworden und der Sommer war sehr heiß. Aus Erfahrung wissen sie, dass es härter werden wird als der erste Winter nach dem Erdbeben. Letztes Jahr hat es fast nicht geschneit, zum Glück für viele Menschen, die nicht einmal ein gutes Zelt hatten.
Am selben Abend bin ich dann zurück nach Bagh und habe in Sarbuland übernachtet um auch das Schulmöbelprogramm zu besuchen, das leider nicht durchgehend läuft. Dadurch, dasss wir in Lahore leben ist es sehr schwer mehr Druck auszuüben. Auch in Chatter 2 habe ich den Lehrer getroffen, an der Schule fehlen nur noch die Fenster.
Am letzten Tag bin ich dann noch einmal zurück nach Bir Pani wo ich mit den Leuten gemeinsam Chai getrunken habe und den Tag vergehen liess um dann am Abend mit dem 12 Stunden Bus zurück nach Lahore zu fahren. In diesen Tagen planen wir den nächsten Kashmirausflug von dem wir bald berichten werden.